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19 Mai Frost und seine Auswirkungen

Die Medien haben in den letzten Wochen viel über den potentiellen Jahrgang 2016 berichtet. Jetzt erfährt ihr, was sich in dieser Zeit bei uns im Weingarten getan hat und welche Folgen dies auf unser Weingut hat!

Mit der Jahrgangspräsentation am 23. April haben wir einen Veränderungsprozess eingeläutet, der nicht nur unseren Auftritt nach außen verändern wird. Wir möchten das Erlebnis Wein für euch noch spürbarer machen—und dazu gehört für uns natürlich auch die Kulinarik. Gemeinsam wurden in der Familie Erlebnisse und Projekte geplant und teilweise bereits an deren Umsetzung gearbeitet.

Wintereinbruch über Nacht

Und dann ist plötzlich über Nacht vieles anders! Frost und Schnee haben nicht nur in unseren Weingärten Schäden angerichtet, sondern auch in Österreich und Mitteleuropa. Die nächste Weinernte wird mit Sicherheit eine kleine Ernte sein und es wird spürbar weniger Wein am Markt geben. Ich möchte aber klar unseren eingeschlagenen Weg weiter gehen. Welche Weinernte wir im heurigen Herbst mit viel Mehraufwand wirklich in den Keller bringen werden, kann ich schwer abschätzen. In den Weingärten war es in den letzten Wochen sehr ruhig, wir haben den Reben bewusst Zeit gegeben, sich langsam zu erholen. Wie ihr auf den Fotos erkennen könnt, ist es von Sorte zu Sorte sehr unterschiedlich. Die Blätter beginnen teilweise zu wachsen und auch vereinzelte Gescheine sind erkennbar. Inwieweit sie wirklich Trauben tragen werden, ist noch nicht absehbar. Laut derzeitigem Stand und Erfahrungswert werden 30 % einer normalen Weinernte schon ein Erfolg sein.

Plötzlich muss ich mir Gedanken machen, wie wir unsere Stammkunden auch im nächsten Jahr einigermaßen gut mit Wein versorgen können. Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur mit unserem Zukunftsprojekt, sondern auch mit der Zukunft unseres Betriebes und der Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Gastronomie und Wiederverkauf. Besonders liegen uns aber unsere Stammkunden am Herz. Sie sind neben unseren Weingärten unser wichtigstes Kapital.

Wie geht es jetzt also weiter?

Die Ernte 2015 ist Gott sei Dank in ausreichender Menge im Keller und steht zum Verkauf. Bei unseren Rotweinen haben wir genug Reserven in unserem Fasskeller. Unsere kräftigen Lagenweine werden wir aufgrund der längeren Reifung erst im Herbst in den Verkauf aufnehmen. Der Fokus wird in der nächsten Zeit auch nicht darin liegen, neue Partnerschaften anzustreben, sondern vor allem bestehende zu erhalten. Unvorhergesehene Ereignisse sind oft auch der notwendige Motivator, um sich wieder einmal verstärkt mit den Zahlen zu befassen und aufzuräumen. Einerseits werden wir uns intensiv mit unseren Ausgaben und Kosten beschäftigen und sinnvolle Einsparungspotentiale ausnützen. Andererseits müssen wir uns natürlich auch mit unseren Preisen und Rabatten auseinandersetzen und gesunde Änderungen vornehmen. Mit ist ganz klar bewusst, das ich mein unternehmerisches Risiko nicht zur Gänze an meine Kunden weitergeben kann und möchte.

Mit eurem Verständnis werden wir es aber gemeinsam schaffen,
dass ich auch in Zukunft „Euer Weinbauer“ bin. 

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1Comment
  • Angelika Reichl
    Posted at 09:26h, 19 Mai Antworten

    Ich wünsche euch alles Gute. Die Erfolgreichen sind immer die, die nach einer Niederlage wieder aufstehen. Das Risiko, das Bauern eigentlich tragen, spiegelt sich in den Preisen ihrer Produkte nicht – vielen Konsumenten ist das nicht bewusst. Wenn ich irgendwas beitragen kann – let me know…

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